In densollen ein ehemaliger Topmitarbeiter des Außenministeriums und seine
Frau 30 Jahre lang fürspioniert haben. Die beiden wurden in Folge
verdeckter Ermittlungen durch das FBI festgenommen, teilte das
Justizministerium mit. Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro
bezeichnete die Festnahmen am Wochenende als "lächerlich".Bild
vergrößernDas US-Justizministerium sprach von einem "sehr schweren
Fall" von Spionage. Der 72-jährige Verdächtige habe zu seiner Zeit im
Außenministerium Zugang zu vertraulichsten Unterlagen gehabt. Er habe alle
dafür nötigen Tests bestanden. Unter anderem arbeitete er in der
Aufklärung. Der Mann gab den Angaben zufolge in ersten Befragungen an, nach
einem Kuba-Besuch 1978 von Havanna angeworben worden zu sein. Im Laufe der
Jahre habe er von Kuba "eine Vielzahl von Medaillen" für seine
Verdienste bekommen. 1995 hätten er und seine Frau auch einen Abend mit
Fidel Castro verbracht.Das Paar soll die geheimen Informationen per
Kurzwellensender übermittelt haben - und in Supermarkt-Einkaufswagen.
Letztere Methode behagte vor allem der inzwischen 71-jährigen Ehefrau: Sie
gab den Angaben zufolge an, dass sie Informationen am liebsten durch das
vorher abgesprochene Austauschen von Einkaufswagen weitergab. Dies sei
"so schön einfach gewesen", erklärte die Frau. Den Festgenommenen
drohen bei einem Schuldspruch bis zu 35 Jahre Haft, unter anderem wegen
Tätigkeit als Agent eines anderen Staates und Bedrohung der Sicherheit der
USA. Sie flogen durch einen Undercover-Agenten des FBI auf, der sich als
kubanischer Geheimdienstmitarbeiter ausgab und das Vertrauen des Paares
errang.Fidel Castro schrieb am Samstag in einem Artikel für die
Internetseite Cubadebate, die Auseinandersetzung mit den USA sei
ideologisch. "Das hat nichts zu tun mit der Sicherheit dieses
Landes", betonte der 82-Jährige, der noch immer als äußerst
einflussreich in der kubanischen Führung gilt. "Finden Sie nicht auch
diese Geschichte ziemlich lächerlich?""Komisch ist vor allem,
dass die Informationen über die Festnahme 24 Stunden, nachdem die USA eine
diplomatischen Niederlage erlitten haben, verbreitet wurden", schrieb
Castro mit Blick auf die Entscheidung der Organisation Amerikanischer
Staaten (OAS), Kuba wieder in ihre Reihen aufzunehmen und damit den mehr
als vier Jahrzehnte langen Ausschluss des kommunistischen Staates zu
beenden. Zugleich bestritt der Revolutionsführer nicht den Inhalt der
Vorwürfe gegen das US-Paar. Dieses verdiene seiner Meinung nach "alle
Ehre der Welt".
Monday, June 8, 2009
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